Kann man Verpixelung rückgängig machen?
Nicht im eigentlichen Sinn: Beim Verpixeln wird jeder Block durch seinen Mittelwert ersetzt, die feinen Details sind danach aus der Datei verschwunden. Erraten lässt sich der Inhalt aber oft. Bei kurzem Text wie einer Kartennummer, einer PIN oder einem Passwort probiert man mögliche Werte durch, verpixelt sie genauso und vergleicht, bis die Blöcke passen.
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Wann sich verpixelte Inhalte erraten lassen
- Kurzer Text in bekannter Schrift: Auf einem Screenshot kennt man Schriftart und -größe meist genau. Zahlen haben nur zehn Möglichkeiten pro Stelle. Ein frei verfügbares Programm hat schon 2020 gezeigt, wie sich so verpixelte Passwörter aus Screenshots zurückgewinnen lassen.
- Feine Verpixelung: Je kleiner die Blöcke, desto mehr bleibt von der Form der Buchstaben übrig.
- Videos: In jedem Einzelbild liegt das Raster etwas anders über dem Inhalt. Zusammen verraten die Bilder mehr als ein einzelnes.
- Schwacher Weichzeichner: Eine leichte Unschärfe lässt sich teilweise zurückrechnen. Weichzeichnen ist also nicht sicherer als Verpixeln.
Und was nicht geht
Ein grob verpixeltes Gesicht lässt sich nicht wieder scharf machen. Programme, die versprechen, ein Foto mit künstlicher Intelligenz zu „entpixeln“, erfinden ein Gesicht, das zu den Blöcken passt – mit der echten Person hat es wenig zu tun. Dasselbe gilt für verpixelte Kennzeichen oder Hausnummern: Sicher ablesen lässt sich nichts, eine Vermutung kann aber stimmen.
Wie Sie Daten so abdecken, dass nichts zu erraten ist
- Nehmen Sie für Zahlen, Namen, Passwörter und Codes einen deckend gefüllten Balken statt Pixeln oder Unschärfe.
- Decken Sie großzügig ab, mit Rand rundherum, damit keine Ober- oder Unterlängen herausragen.
- Sichern Sie als PNG oder JPEG. In einem PDF kann ein Balken eine eigene Form bleiben, die sich entfernen lässt.
- Prüfen Sie das fertige Bild in voller Größe, bevor Sie es teilen.
In SimpleShot, einer kostenlosen App für Bildschirmfotos am Mac, heißt dieses Werkzeug „Sicher schwärzen“ (Taste D). Es ersetzt die Pixel in jeder Datei, jeder Kopie und beim Ziehen in eine andere App durch eine einfarbige Fläche. „Sensible Daten ausblenden“ findet E-Mail-Adressen, Telefon- und Kartennummern, IBANs und Zugangsschlüssel und deckt sie auf dieselbe Weise ab, auf Ihrem Mac und ohne Upload. Verpixeln (X) und Weichzeichnen (B) gibt es auch, für Gesichter und Hintergründe.
Häufige Fragen
Kann man verpixelte Bilder wieder scharf machen?
Nein. Die Details sind beim Verpixeln verloren gegangen. Bei kurzem Text mit wenigen Möglichkeiten lässt sich der Inhalt aber oft erraten, indem man Kandidaten genauso verpixelt und vergleicht.
Kann künstliche Intelligenz Verpixelung entfernen?
Sie kann ein scharfes Bild erzeugen, das zu den Pixeln passt. Das ist eine Erfindung, keine Wiederherstellung. Bei Text kann das Raten trotzdem treffen.
Ist Weichzeichnen sicherer als Verpixeln?
Nein. Ein schwacher Weichzeichner lässt sich sogar teilweise zurückrechnen. Für Geheimes ist nur ein deckender Balken sicher.
Wie verpixle ich richtig, damit niemand etwas erkennt?
Für Gesichter mit groben Blöcken und großzügig über Haare und Ohren. Für Text, Nummern und Codes gar nicht verpixeln, sondern schwärzen.
Lässt sich ein geschwärzter Screenshot wiederherstellen?
Ein deckender Balken in einem PNG oder JPEG nicht: Die Originalpixel stehen nicht mehr in der Datei.
Weitere Anleitungen
- Bild oder Screenshot am Mac verpixeln
- Screenshot am Mac schwärzen
- Gesichter und Kennzeichen auf Fotos unkenntlich machen
Lieber gleich schwärzen
als später rätseln, was lesbar ist
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